BIG REPUBLIC


von Oliver Schmaering frei nach WIR von Jewgeni Samjatin | Uraufführung

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Unsere Welt könnte eine Scheibe sein. Zum Beispiel eine Datenplatte mit irdischen Klängen und Grüßen im Weltraum. Sie könnte sich in den klar befestigten Grenzen einer geschlossenen Gesellschaft drehen. Oder um sich selbst als große demokratische Show einer befriedeten BIG REPUBLIC.

Wer WIR sind. Daran arbeiten die Spieler dieser Show mit Aussagen, die gut klingen, sich häufig reimen, die Musik sein könnten: Sprache als Sound. Konstrukteur D-503 baut an einer Rakete, um die Botschaft der BIG REPUBLIC, weit über sich selbst hinaus, in die eigene Zukunft zu katapultieren. Dagegen hat Bloggerin I-330 den Venusberg, wo noch Fleisch gegessen und begehrt wird, entdeckt. Mit ihr geht es in den Untergrund. Das macht der BIG REPUBLIC schwer zu schaffen. Und D-503 gleichermaßen. Ist es Sabotage oder Liebe?

Jewgeni Samjatin nahm in seinem Roman WIR 1920 die Dystopien des 20. Jahrhunderts vorweg. Den totalitären Staat, die gläserne Stadt und den kollektivierten Menschen. Autor Oliver Schmaering hat den Roman zum Anlass genommen, die Frage nach Gemeinschaft und ihrer Verträglichkeit für die Gegenwart neu zu formulieren. Sein Stück navigiert durch Bild-, Sprach-, Musikwelten eines kollektiven Raums. Zwischen Thriller, Oper, Messe und Romanze liegt seine „Botschaft“.

Christina Paulhofer inszeniert seit den späten 90er Jahren an den großen Theatern in Bochum, München, Berlin, Hamburg, Zürich und Wien. Sie schafft Bildwelten für Menschen, hinter deren Posen ein Abgrund liegt.

Aufführungsdauer: circa 105 Minuten

Gefördert durch die Heinz und Heide Dürr Stiftung sowie aus Projektmitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
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Pressestimmen:

„Ein kleiner Teil eines futuristischen, allgegenwärtigen Globalstaats aus Menschen mit optimiertem Alltag fragt nach humaner Identität. „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“, fand Jean-Jacques Rousseau. Diese Frage stellt das Stück zumindest recht deutlich: Welche Ketten sind schlecht?“
Stuttgarter Nachrichten, 29.05.15

„Dass Theater mehr kann als eine Minikamera, die einen Bauchnabel untersucht, beweist jene zentrale Szene, in der sich das Team vorsichtig einem Brathuhn nähert und es dann gierig verschlingt.“
Stuttgarter Zeitung, 29.05.15

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