IBSEN: PEER GYNT


von Markus&Markus | Performance

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Wer geistig nicht mehr folgen, wer nicht mehr sinnvoll kommunizieren kann, der droht aus der menschlichen Gemeinschaft herauszufallen. Schon sprechen einige Philosophen Menschen mit Demenz den Personenstatus ab. Es ist der Schritt vom Menschen zur Sache. Vom „Jemand“ zum „Etwas“. Wir sind Markus&Markus. Wir wissen, dass Realität ein dehnbarer Begriff ist. Wir vertrauen unserem Peer und folgen ihm in seine Welt. Wir gehen mit ihm einen Weg, der keine Mauern, keine Grenzen und keinen Blick zurück kennt.

Peer Gynt ist ein begnadeter Tänzer, Frauenheld, Pilot und weiß mit dem Maschinengewehr umzugehen. Peer hat neun Kinder. Aber er kann sie nicht treffen, denn es wurde jetzt eine Mauer gebaut. Peer Gynt ist dement. Der Knopfgießer will Peers Seele wie eine missratene Bleifigur umschmelzen. Diesem Schicksal kann er nur entgehen, wenn es ihm gelingt, zu beweisen, dass er in seinem Leben er selbst gewesen ist. Doch was ist es, das Selbst? Was ist noch wahr, wenn die betreffende Person dies selbst nicht mehr einschätzen kann?

Das Theaterkollektiv Markus&Markus begleitete einen an Demenz erkrankten über vier Wochen hinweg mit der Kamera und folgte ihm auf seinen Wegen. Ibsen: Peer Gynt ist ein Theaterstück, in denen diese Videos die Hauptrolle spielen.

Aufführungsdauer: circa 70 Minuten ohne Pause

IBSEN: TRILOGIE
Ibsen brach Tabus. Er blickte in Wohnzimmer. Er entwickelte aus realen Situationen Dramen. Wenn Ibsen es geschafft hat, die Biografie eines Einzelnen als Inspiration für ein Drama zu verwenden, muss es doch auch möglich sein, dieses Prinzip umzukehren: Dann müssten doch irgendwo die Protagonisten dieser Stücke leben.
Wir wollen keine Schauspieler mehr sehen, die so tun, als ob. Wie sieht das Leben einer Person mit der im Stück beschriebenen Problematik mit den heutigen Konflikten, Vorurteilen und möglichen Lösungen aus?

Wir sind Markus&Markus. Wir haben Feingefühl. Und deshalb haben wir Borkman gefunden, einen Messie, der nach der Lektüre des Dramas selbst feststellen musste: „Borkman, das bin ich.“  Und eine Person, die nicht wie Osvald die eigene Mutter, sondern die schweizerische Sterbehilfsorganisation Eternal Spirit um Sterbehilfe bittet. Und Peer Gynt, der nicht nur das Pflegepersonal im Heim für Demenzkranke, sondern auch unsere Zuschauer*innen an die Grenzen von Realität und Fiktion führt.

Eine Produktion von Markus&Markus in Koproduktion mit der Gessnerallee Zürich, ROXY Birsfelden, LOT Braunschweig und Sophiensæle

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Fonds Darstellende Künste e.V., MWK Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen und das Kulturbüro der Stadt Hildesheim

          


Im Rahmen der BERLINER FESCHDSPIELE zeigt das Theater Rampe folgende Produktionen:

IBSEN: JOHN GABRIEL BORKMAN
IBSEN: GESPENSTER
IBSEN: PEER GYNT
von Markus&Markus

LOVE ME
von Peter Frost

EROTISCHE AUSSENREINIGUNG IHRES PKW OHNE TROCKNUNG ODER: CAR WASH
von Henrike Iglesias

MIRA FUCHS
von Melanie Jame Wolf


Sa 10.06. 20:00
IBSEN: PEER GYNT Saal

von Markus&Markus | Performance
Im Rahmen der BERLINER FESCHDSPIELE

VON UND MIT
Markus&Markus

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