THE EUROPEAN HOUSE OF GAMBLING


Ein Casino für alle von Tanja Krone

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Ja! Kommen Sie näher! Treten Sie ein! Hier finden alle ihr Glück!

Mitten auf dem Marienplatz ist ein Komet gelandet. Was für eine Jahrmarktsattraktion. Ein Jahrtausendereignis! Es herrscht Ausnahmezustand. Hypnotisierende Musik, blinkende Lichter, das Klirren irdischer Metalle durchdringen den abendlichen Sommerwind. Aus kleinen Buden fallen skurrile Showmaster, Gaukler*innen, Spielhüter und verführen die wartende Menge durch zauberhafte Gebärden und geheime Botschaften. Geht es gleich los – oder sind wir schon mittendrin im Spiel?

In einer waghalsigen Mischung aus Spielhölle, Schaubude und Wettkampfarena treffen sich die Besucher*innen, um zu zocken. Auf Brettern, die die Welt bedeuten, gilt es alles zu verlieren, alles zu gewinnen und stundenlang im Spiel zu bleiben. Karten fallen, Würfel rollen, Stäbe erzittern bei der kleinsten Bewegung. In der Mitte ein Ring. Hier wird um Werte gekämpft – denn wenn die Ressourcen erschöpft sind, muss geopfert werden. Alles steht zur Disposition: das Publikum wettet auf den*die Gewinner*in und feiert den gemeinschaftlichen Verlust. Die Schlüssel zum Glück fliegen uns um die Ohren, das Gehirn schüttet nonstop aus: Dopamin, Endorphine. Wir spielen uns in Ekstase. Denn über allem, jenseits von Urteil und Einfluss, von individuellem Geschick und Schicksal, schwebt das Glücksrad: „ALL IN!” Der Zufall verteilt um. Gewinn, Verlust, Status – alles wandert weiter. Ist das noch Willkür oder schon (wieder) Gerechtigkeit?

Mit einer internationalen Spieltruppe tingelt THE EUROPEAN HOUSE OF GAMBLING von Stadt zu Stadt, dem diversen Europa auf den Fersen und der einen Frage: Lässt sich soziale Gerechtigkeit zwischen den Schichten, den Ländern, den Nachbarn*innen, den Geschlechtern herstellen? Wer will das? Wer will was? Wie viel Lust haben wir (wirklich), unser Haben zu teilen mit denen, die im Soll sich baden? Was müssen wir opfern, wenn wir uns auf ein solches Unterfangen einlassen? Und: wer soll das eigentlich organisieren? Vielleicht sind es ja doch die Narren, die die Welt retten.


As a daring mix of casino, show booth and competition arena THE EUROPEAN HOUSE OF GAMBLING travels through a diverse Europe. Can social justice between class, countries, neighbors, genders be established? The wheel of fortune is turning: „ALL IN!“ Redistribution by chance. Is this still arbitrary or (already) equity?  (Will it be the fools who save the world in the end?)


EXPERTEN DES TAGES:

Di 11.07.–Mi 12.07. Thomas Wagner (Soziologe, Publizist)
Do 13.07. Martina Grohmann (Intendantin)
Fr 14.07. Patrick Maier (Casino-Betreiber)
Sa 15.07. George Danzer (Profi-Pokerspieler)
So 16.07. Florian Rogge (Politik- und Literaturwissenschaftler)


ORT: Marienplatz, Stuttgart-Süd
ÖFFNUNGSZEITEN: ab 18:00 Uhr
ABENDKASSE AM MARIENPLATZ: jeweils ab 18:00 Uhr geöffnet, Achtung: nur Barzahlung möglich!


Casino-Bar made by Arom At


Eine Produktion von Theater Rampe in Koproduktion mit Sophiensælen Berlin und Kooperation mit GRAD Belgrad

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und den Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

 

Mit
Dragana Bulut
Davis Freeman
Bettina Grahs
Lajos Talamonti

Künstlerische Leitung
Tanja Krone

Game Design
Daniel Boy

Bühne
Olf Kreisel

Kostüme
Marouscha Levy

Musik
Friedrich Greiling

Dramaturgie
Johanna-Yasirra Kluhs
Carolin Hochleichter

Regieassistenz
Silinee Damsa-Ard

Dealerdealer
Felix Heimbach

Dealer
Lutfi Alio
Anne Brüssau
Frank Ehner
Ahmad Hasan
Toni Kis
Gordon Lange
Helga Lazar
Inge Liss
Philip Riediger
Julian Tresowski