X-FREUNDE


von Felicia Zeller

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X-FREUNDE wurde ausgezeichnet mit dem Hermann Sudermann Preis 2013, war bei den Mülheimer Theatertagen nominiert und zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen. Es trifft einen Nerv: Drei Modelle von Arbeitssucht hat Felicia Zeller hier sprachlich gefasst.


Die Welt der Kreativen ist verheißungsvoll. Nichts weniger als die Einheit von Leben und Arbeit verspricht sie. Bereit sein ist alles. Das gilt für den Künstler genau wie für die Unternehmensberaterin und den Koch. Die drei sind in Bestform: Bildhauer Peter Pilz’ letzte Skulptur in seiner Serie „X-Freunde“ wird auf dem Kunstmarkt bereits hoch gehandelt – und das noch vor ihrer Entstehung. Anne Holz macht Schluss mit allen Abhängigkeiten und Arbeitnehmerfrustrationen. Mit „Private Aid“, ihrer eigenen Agentur, macht sie sich selbstständig. Ihr Ehemann, der ehemalige Erfolgscaterer Holger Holz lässt sich vom unternehmerischen Scheitern keineswegs aus dem Tritt bringen. Er bemüht sich mit aller Kraft um die Rettung seines Beziehungslebens. Aber kein Stress, wenn der Druck für die „Generation Beißschiene“ langsam an die Substanz geht, hilft: Neustart, Biertrinken, Urlaub … Felicia Zellers Text ist Workout und sprachliches Multitasking. Mit bösem Witz arbeitet sie sich an den Selbstverwirklichungsstrategien jener ab, die aus ihrem Leben ein Projekt gemacht haben.

Trailer zum Stück

Aufführungsdauer: circa 100 Minuten ohne Pause


Pressestimmen

„Macht Arbeitssucht dreckig? Keiner weiß es.“
Ludwigsburger Zeitung, 22.03.2014

„Es ist ganz wunderbar, wie dieses Stück vollständige Leere in Sätze fasst. Sätze, die man dank der Kopfhörer bis auf jede Silbe versteht. Und das ist gut so, denn das Dreipersonenstück ist ein Stück über das Sprechen. (…) Marie Bues hat Zellers böse Satire absolut einleuchtend inszeniert. Das prägnante Sprechen der drei überzeugenden Darsteller, teilweise bewusst technisch verzerrt, steht ganz im Vordergrund, diverse Körperaktionen haben dienende Funktion. (…) Zellers Stück thematisiert Kommunikation ohne echtes Kommunizieren. Es herrscht die Sprache. Dahinter verschwinden die Personen, es verschwindet auch jegliche menschliche Zuwendung. ‚X-Freunde‘ bietet eine kühle Gegenwartsanalyse.“
Stuttgarter Zeitung, 21.03.2014

„Insbesondere Jaschik ist ein Dynamiker bis zum Anschlag, der auch mal mit verbundenen Augen durch die Stuhlreihen robbt. Eleftheriadis redet sich in einen wahren Schaffensrausch hinein, sodass er vor lauter Reden erst gar nicht zum Arbeiten kommt. Und Salcher beschmutzt und bekleckert sich, wenn sie von ihrer Firma Privat Aid spricht. Eine Lösung, eine Beruhigung gar, ist am Ende in diesem kreativen Horrorszenario nicht in Sicht. Doch dafür unterhält die Dramatikerin Zeller bestens, und Bues versteht es, auch die Zwischentöne dieses doch sehr dichten Textes hervorzuheben.“
Stuttgarter Nachrichten, 21.03.2014

„Als „Generation Beißschiene“ bezeichnet Felicia Zeller ihre Figuren, die sich gehetzt und immer inhaltsleerer durchs Leben quasseln und dabei einsam werden – Opfer von Selbstausbeutung und Sklaven der Erwartungshaltung anderer.“
Nachtkritk, 20.03.2014

„Nein, entspannt zurücklehnen kann sich niemand an diesem unruhigen Abend, an dem man zuweilen glaubt, einem Meeting beizusitzen. Und auch der Kopfhörer-Zwang ergibt in diesem Konzept seinen Sinn: So sind die Stimmen stets aufdringlich nah im Ohr, man kann ihnen nicht entfliehen.“
Esslinger Zeitung, 22/23.03.2014


Mit freundlicher Unterstützung der Brähler ICS Konferenztechnik International Congress Service AG

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