MONTAGE: Yung Boomer – ein Gespräch mit Dexter über seine neue Langspielplatte


mit Aliki Schäfer, Micha Piltz und Andreas Vogel | Salon

Der Goldjunge mit Stilbewusstsein, Lebenserfahrung und neuem Fokus“ zu Gast bei der Montagegruppe. Was für Musik macht Dexter 2020, was sind seine Themen, Stilmittel, Einflüsse? Real Talk – was geht, was nicht – wie drückt sich Dexys persönliche und musikalische Entwicklung auf seinem neuen Album aus? Die Montagegruppe hakt nach.

Hörprobe: Dexter – Nur noch was ich mag (feat. LGoony) – https://www.youtube.com/watch?v=CS0nwy4HXp0

Auszug aus dem Pressetext:

Dexter war in den letzten 10 Jahren als Produzent an Platin-Alben von Cro und Casper beteiligt, er verantwortete zwei erfolgreiche Fatoni-Alben ebenso wie zahllose Kollabos und Untergrund-Projekte. Solo und mit der Producer-Supergroup Betty Ford Boys war er wegweisend für das neue Selbstbewusstsein einer ganzen Generation hiesiger HipHop-Beatmaker – weniger Dienstleister, mehr Aufmerksamkeit. Dass er selbst einmal als Rapper angefangen hatte, geriet dabei oft in Vergessenheit. Erst „Haare nice, Socken fly“ (2017) war sein erstes echtes Rap-Soloalbum. (…) 

Grown-Man-Rap ist ein schwieriger Begriff. Gerade wenn man so ein inhärent junges Mindset transportiert wie Dexter und einen so progressiven Soundentwurf verfolgt wie auf „Yung Boomer“. Die Gelassenheit, die aus jeder Strophe spricht, ist jedenfalls unmissverständlich und zeugt von einer gesunden Distanz zur Szene – ebenso aber von einer intimen Kenntnis der Materie Rap, mit allen Höhen und Tiefen. Wenn Dexter plakativ „Ich geh nicht in den Club“ wiederholt („Luft“), trifft das auf mehreren Ebenen zu. Es geht um die Unlust auf stumpfe Feier-Rituale des Nachtlebens, um die Erinnerung an distanzlosen Smalltalk mit Kräuterlikör-Fahne im Gedränge. Aber es geht auch um den überaus erfolgreichen Deutschrap mit seinem Testosteronüberschuss und Koksproblem. Dexter sucht also lieber das Weite und findet es ganz nah bei sich: Grauburgunder und Jogginghose, Studio und Familie. Das gute Leben eben.“

Das ursprünglich geplante Thema „Outsourcing Fernweh“ wird pandemiebedingt auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.